Dezember 2013
Donnerstag, 26.12.2013
Ich musste gerade mit schrecken feststellen, dass es schon 10 Tage her ist, dass ich das letzte mal geschrieben haben. Es wird also höchste Zeit.
Seit meinem letzten Eintrag ist einiges passiert.
Am 18. hat Christina uns verlassenen. Der Abschied war hart, weil wir ein echt gutes Verhältnis miteinander hatten. Aber naja, Alles hat irgendwann mal ein Ende. Stattdessen sind zwei neue Mädels gekommen, zwei Französinnen. Sie heißen Matilde und...... Matilde. Wir haben beschlossen eine MatildA statt MatildE zu nennen. So halten wir sie auseinander. Die beiden sind echt nett und ich komme gut mit ihnen klar.
Weihnachten ist inzwischen vorbei. Allerdings haben wir unsere Geschenke noch nicht ausgepackt. Heute Abend werden wir alle zusammen essen (es gibt Lamm, letzten Monat haben wir die vier noch mit der Flasche gefüttert und heute werden wir eins essen. Das ist echt komisch. Ich weiß noch nicht ob ich es wirklich übers Herz bringe Hagret zu essen. Wir werden sehen.) und wenn wir dann gegessen haben werden die Geschenke ausgepackt.
Sooo, nun zu meinem Tagesablauf.
Hier gibt es nicht sowas wie eine tägliche Routine. Es kommt immer darauf an ob wir Treks haben oder nicht und wenn wir einen Trek haben kommt es darauf an wie viele Leute auf den Trek gehen. Wenn wir einen Trek mit sagen wir mal sechs Leuten haben müssen wir so gegen halb acht aufstehen um die Pferde von der Weide zu holen. Wenn es nur zwei Leute sind reicht es wenn man um halb neun aufsteht. Wenn man die Pferde dann reingeholt hat, werden die Pferde geputzt und gesattelt. Dann gibt es Frühstück für uns. Um zehn startet der erste Trek. Das heißt man ist ne halbe Stunde vorher im Stall um die Pferde zu trensen und um sich zu überlegen in welcher Reihenfolge man reitet. Das ist manchmal garnicht so leicht. Houdini kann nicht vorne gehen, es darf kein Pferd hinter Beetle oder Breezie gehen, außer vielleicht Houdini oder Boss und all solche Überlegungen. Mit vier Pferden geht das ja alles noch, aber wenn man da mit zehn Pferden steht und jedes Pferd ist anderes, wird die ganze Geschichte manchmal ziemlich kompliziert. Wenn die Kunden kommen müssen sie ein Formular ausfüllen, dann bekommen sie Reithelme und dann geben wir ihnen eine kleine Einführung. Wie man richtig auf einem Pferd sitzt, was man macht wenn das Pferd versucht Gras zu fressen und dass man sich nach vorne leht um Ästen auszuweichen und all solche Sachen. Dann werden die Pferde zugeteilt. Auch dabei gibt es dann immer einiges zu beachten. Der schwerste Reiter kommt auf Houdini, der leichteste auf Boss, fortgeschrittene Reiter auf Breezie oder Michael und all solche Überlegungen. Wenn dann alle auf ihren Pferden sitzen geht's los. Es gibt mehrere Treks. Es gibt den Farmride, eine Stunde einmal die Straße rauf und wieder runter. Dann gibt es den 2-Stunden Trek zum Vulkan, das ist der Trek den die meisten reiten. Und dann gibt es einen Tagestrek zum Strand, der ist eher selten, seit ich hier bin gab es erst einen dieser Sorte.
Wenn man dann wieder da ist müssen die Pferde fertig gemacht werden und wieder auf die Weide gebracht werden, mit Ausnahme der Pferde die eventuell nochmal auf den Nachmittagstrek gehen. Um zwei Uhr startet dann der nächste Trek und das ganze Spiel startet von vorne. Feierabend ist dann meistens so gegen halb sechs.
Wenn wir keine Treks haben können wir einfach entspannen. Dann heißt es lange schlafen und vielleicht irgendwelche Sachen erledigen, die an stressigen Tagen liegen bleiben.
Montag, 16.12.2013.
Heute melde ich mich mal wieder zu Wort. Seit meinem letzten Eintrag ist nicht viel passiert. Gestern hatten wir ein nettes Abendessen mit Andy. Der ursprüngliche Plan war, dass Andy und Ryan die Lebensmittel kaufen und ums ihre Küche zur Verfügung stellen und wir kochen. Allerdings ist Ryan vor ein paar Tagen wie aus dem Nichts wandern gegangen. Hat sein Auto und sein Handy Zuhause gelassen und ist losgewandert. Jetzt weiß keiner wo er ist, wie es ihm geht oder wann er wiederkommt. Jo ist auch nicht mitgekommen und so waren wir nur zu viert, Andy, Liz, Christina und ich. Aber es war trotzdem lustig.
Die Adventszeit hier zu verbringen ist echt komisch. In nicht mal zehn Tagen ist weihnachten und es fühlt sich einfach nicht so an. In den Läden spielen sie hier so. Die typischen Weihnachtslieder wie Oh Tannenbaum oder Leise rieselt der Schnee....welcher Schnee?! Sieht noch jemand die Ironie darin? Hier ist gerade Sommer. Also welcher Schnee? Naja, jedenfalls ist hier alles.auf weiße Weihnacht getrimmt, obwohl ich die starke Vermutung habe, dass daraus nichts wird. Während in den Läden also die typischen Weihnachtslieder zu hören sind herrscht draußen strahlender Sonnenschein bei gefühlten 30 Grad. Der einzige Unterschied zu Deutschland ist, dass es hier keine Weihnachtsmärkte gibt. Ich habe jedenfalls noch keinen gesehen. Stattdessen gab es hier vor ein paar Wochen eine Weihnachtsparade, aber ich war nicht da, also weiß ich nicht wie das so war. Bald werde ich euch dann schreiben wie ich meine Weihnachten hier verbringen werde. Wir werden sehen. Bs dahin Ka Ora und euch allen eine schöne Weihnachtszeit.
Sonntag, 08.12.2013
Ich wollte heute eigentlich über die Adventszeit in Neuseeland schreiben, stattdessen denke ich gerade die ganze Zeit über unsere Vergänglichkeit nach.
Heute morgen hat Jo erfahren, dass ihre Mutter Krebs hat. Hirntumor. Ihre Mutter ist Neuseeländerin und lebt hier, von daher ist es kein Problem für Jo zu ihr zu fahren. Bei mir sieht das anders aus. Ich habe bisher nicht wirklich darüber nachgedacht, aber.......was mach ich, wenn Zuhause etwas passiert? Jemand stirbt oder kriegt Krebs oder ähnliches. Was mach ich dann? Will ich überhaupt davon erfahren? Ich weiß das ist eine egoistische Frage, aber ich hab sie mir gestellt. Und das Beängstigende ist....ich weiß die Antwort nicht.
Erfahre ich davon, breche ich meinen Aufenthalt hier ab und fliege wieder nach Hause. Erfahre ich es nicht, mache ich mir hier eine schöne Zeit und mache mir hinterher Vorwürfe, dass ich nicht da war als es passiert ist.
Ich kenne Jos Mutter nicht, aber trotzdem bin ich geschockt. Als ich aufgestanden bin, war noch alles normal. Die Sonne hat geschienen und ich hab mich gefreut, dass wir heute an den Strand reiten und schwimmen gehen. Ich hab meine Mails gecheckt und als ich wiederkomme ist alles anders. Die Stimmung ist total gedrückt und man denkt.....was wäre wenn? Und so ist dieser Tag doch nicht so schön und unbeschwert geworden wie anfangs gedacht.
1. kommt es anders, und 2. als man denkt. Das habe ich schonmal feststellen müssen.
Und so werde ich wahrscheinlich die nächsten Tage noch darüber nachdenken und hoffen, dass niemandem etwas passiert.
Also passt alle gut auf euch auf und macht keinen Scheiß.
Kia Ora
Montag, 02.12.2013
1. kommt es anders und 2. als man denkt.
Vor etwa einer Woche habe ich meiner neuen Arbeitgeberin geschrieben wann ich in Gisborne ankomme und ob sie mich abholen kann. Außerdem habe ich sie nach ihrer Telefonnummer gefragt, falls irgendetwas Unvorhersehbares passiert.
Nun, sie hat mir ein paar Tage später geschrieben, dass sie mich nicht abholen kann.... Okay. Also habe ich mal geschaut wo das dann genau wäre wo ich hinkommen würde und habe herausgefunden, dass Tolaga Bay mitten im Nirgendwo liegt. Google sagt man braucht für den Weg 48 min.....mit dem Auto.
Aber ich habe leider kein Auto (Ich hätte vielleicht laufen können, Google sagt dafür braucht man nur etwas mehr als 11 Stunden)
Also habe ich nach Bussen und Zügen geschaut, die dorthin fahren.......und keine gefunden. Und da mir diese Frau auch nicht ihre Telefonnummer geschrieben hat, konnte ich sie auch nicht anrufen...
Naja, ich hab mich dann daran erinnert, dass Claire mir angeboten hat am 18.12. wiederzukommen. Also habe ich sie angerufen und es hat sich herausgestellt, dass ich sogar schon am 4.12. wieder bei ihr arbeiten kann.
Ich hab das einfach mal als ein Zeichen von oben aufgefasst, dass ich doch hier bleiben soll.
Tja, Pläne ändern sich und so werde ich übermorgen wieder anfangen bei Claire zu arbeiten. Ich freu mich drauf.
Kia Ora